Warum positive Formulierungen gut für unsere Denkweise sind

Katharina Graf, M.Sc Studentin der klinischen Psychologie

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Positive Formulierungen

"Ich habe erst die Hälfte des Projekts geschafft" vs. "Ich habe bereits die Hälfte des Projekts geschafft"

Welcher Satz erscheint Dir positiver?

Die emotionale Färbung von Sätzen, die wir im täglichen Leben verwenden, ist wichtiger, als Du vielleicht denkst.

Tatsächlich wird ein überwiegend positiver Emotionswortschatz mit hohem Wohlbefinden und besserer körperlicher Gesundheit verknüpft, während ein negativer Emotionswortschatz mit geringem Wohlbefinden, psychischem Stress und schlechter körperlicher Gesundheit assoziiert wird (Vineet al., 2020). Depressive Personen verwenden vermehrt negative Wörter in Bezug auf sich selbst (Pietromonaco & Markus, 1985) und führen negative Ereignisse auf Faktoren zurück, die intern, stabil und global sind. Das bedeutet, dass sie glauben, dass ihre Hilflosigkeit ihre eigene Schuld ist (intern), dass ihr Zustand über lange Zeit andauern wird (stabil) und dass dies viele verschiedene Situationen betreffen wird (global) (Eaves& Rush, 1984). Daher ist es eine lohnenswerte Idee, überflüssige negativ konnotierte Wörter aus unserem Wortschatz zu streichen.

Darüber hinaus legen frühere Forschungsergebnisse nahe, dass positive Formulierungen leichter zu verstehen sind als negative. So ist es beispielsweise eindeutiger und überzeugender, wenn man beschreibt, was bei der Arbeit passiert ist, anstatt auszudrücken, was nicht passiert ist (Public Works and Government Services Canada, 2021). Dies wird durch die Erkenntnis gestützt, dass Menschen negative Wörter langsamer erkennen als positive Wörter (Kuperman et al., 2014). Das Einfügen des Wortes "nicht" in einem Satz kann daher dazu führen, dass die Botschaft schwer zu verstehen ist (Association for Psychological Science, 2009). Zum Beispiel kann unser Gehirn den Satz "Ich möchte morgen Schuhe kaufen" viel leichter verstehen als "Ich möchte nicht heute Schuhe kaufen, sondern Morgen" (Hamann & Mao, 2002).

Im Allgemeinen erhalten Wörter durch die Assoziation mit anderen emotionalen Reizen, wie z. B. visuellen Bildern, eine emotionale Bedeutung. Auf diese Weise kann die Sprache verschiedene Arten von Emotionen übertragen (Hamann & Mao, 2002). Vergangenen Forschungen zufolge werden neben der linken Amygdala auch andere Hirnregionen, die mit Belohnung in Verbindung stehen, durch emotional positive verbale Stimuli aktiviert. Daher ist es sinnvoll, viele affektiv positive Wörter in unseren Wortschatz aufzunehmen. (Hamann & Mao, 2002). Dies steht im Einklang mit der Entdeckung, dass positive Axiome wie "Es scheint immer unmöglich, bis es getan ist" von Nelson Mandela oder "Wissen ist nicht genug; wir müssen es anwenden. Wollen ist nicht genug; wir müssen es tun" von Johann Wolfgang von Goethe, offenbar eine stressreduzierende Wirkung haben und zu einem höheren Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen führen. Außerdem gelten diese positiv konnotierten Sprüche als inspirierend und motivierend (Muthusamy, 2019).

Positive Denkweise und Selbstbestätigung

Ein positives Mindset führt zu mehr Zufriedenheit und Wohlbefinden (Baluku et al., 2018). Die Forschung hat gezeigt, dass dadurch der unternehmerische Erfolg in Bezug auf Einkommen, Zufriedenheit, Lebenssinn und berufliches Engagement erhöht wird. Zu einer positiven Denkweise gehören Selbstwirksamkeit, Zuversicht, Hoffnung, Resilienz und Optimismus (Baluku et al., 2018). Es wurde festgestellt, dass Personen mit einer positiven Einstellung häufiger positive Emotionen erleben (Ortiz Alvarado et al., 2019). Positive Emotionen und positive Selbstbekundungen wie "Ich schaffe das" und "Ich bin gut genug" fördern wiederum eine positive Einstellung (Wanget al., 2020). Dies unterstreicht noch einmal den Gedanken, dass positive Sätze für unsere Denkweise, unsere Leistung und unser Wohlbefinden von Vorteil sind.

Toxische Positivität

Positives Denken kann sehr nützlich sein. Es kommt jedoch auf den Kontext und den Zeitpunkt an. Forschungsergebnisse zeigen, dass negative Gedanken wichtig sind und auch anerkannt werden sollten (Kringelbach& Berridge, 2010). Toxische Positivität tritt auf, wenn negative Emotionen als grundsätzlich schlecht angesehen werden (DO, W. Y. C., 2020). Diese Vorstellung ermutigt dazu, belastende Emotionen zu unterdrücken. Umgekehrt führt die Unterdrückung jedoch zu einem erhöhten Druck und einer höheren Intensität der negativen Emotionen zu einem späteren Zeitpunkt (DO, W. Y. C., 2020).

Eine anpassungsfähigere Bewältigungsstrategie besteht darin, unsere Gefühle so zu akzeptieren, wie sie sind. Emotionen sollten nicht als gut oder schlecht bewertet werden. Stattdessen können wir sie als informativ betrachten. Emotionen können uns über unsere Umwelt und über das, was wir brauchen, informieren. (DO, W. Y. C., 2020).

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es hilfreich ist, sich positiv auszudrücken, wenn der Kontext und das Timing angemessen sind, da dies unser allgemeines Wohlbefinden steigert. Positive Sätze sind verständlicher und werden mit Belohnung assoziiert. Eine positive Denkweise kann durch positive Affirmationen gefördert werden und führt damit zu einer besseren Leistung. Wenn der Kontext und das Timing jedoch ungünstig sind, kann erzwungene Positivität eine problematische Gefühlsunterdrückung fördern. Stattdessen wird eine nicht wertende Akzeptanz von Emotionen, so wie sie sind, als gesünder angesehen.

Positivität ist für WOPPINESS unerlässlich und kennzeichnet unser Team. Wir sind uns unserer Sprache bewusst und formulieren unsere Sätze positiv. Das prägt auch unsere Kommunikation miteinander und trägt zu unserer täglichen Leistung bei. Als Unternehmerinnen legen wir Wert auf eine positive und optimistische Denkweise und zufriedenstellende Fortschritte. Dies erreichen wir, indem wir einen offenen Raum für positive und negative Emotionen schaffen. Es ist uns wichtig, uns gegenseitig zu ermutigen und daran zu erinnern, dass Emotionen informativ sind und nicht bewertet werden sollten. Wir unterstützen beide Ansätze: sowohl die Suche nach dem Positiven als auch das Anerkennen und Akzeptieren negativer Gedanken. Für unser Team schafft die Kombination aus beidem ein Gleichgewicht, einen gesunden Arbeitsbereich und bildet die Grundlage dafür, wie wir miteinander arbeiten. "the way we work"

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